Das Pferd und der Esel von Aesop

Buchumschlag von Das Pferd und der Esel von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Das Pferd und der Esel« von Äsop bittet ein erschöpfter Esel ein Pferd darum, einen kleinen Teil seiner Last zu übernehmen. Das Pferd lehnt jedoch aus Gleichgültigkeit ab und denkt nur an sich selbst. Als der Esel schließlich unter seiner schweren Bürde zusammenbricht und stirbt, muss das Pferd nicht nur dessen gesamte Last, sondern auch noch seine Haut tragen. Die Fabel zeigt, dass rechtzeitige Hilfe oft wenig Mühe kostet, aber großes Leid verhindern kann. Äsop macht deutlich, dass fehlende Hilfsbereitschaft am Ende auch demjenigen schaden kann, der Hilfe verweigert.

Ein Bauer trieb ein Pferd und einen Esel, beide gleichmäßig beladen, zu Markte. Als sie schon eine gute Strecke vorwärts gegangen waren, fühlte der Esel seine Kräfte abnehmen. »Ach«, bat er das Pferd kläglich: »Du bist viel größer und stärker als ich, und doch hast du nicht schwerer zu tragen, nimm mir einen Teil meiner Last ab, sonst erliege ich.«

Hartherzig schlug ihm das Pferd seine Bitte ab: »Ich habe selbst meinen Teil, und daran genug zu tragen.«

Keuchend schleppte sich der Esel weiter, bis er endlich erschöpft zusammenstürzte.

Vergeblich hieb der Herr auf ihn ein, er war tot. Es blieb nun nichts weiter übrig, als die ganze Last des Esels dem Pferde aufzupacken, und um doch etwas von dem Esel zu retten, zog ihm der Besitzer das Fell ab und legte auch dieses noch dem Pferde oben auf.

Zu spät bereute dieses seine Hartherzigkeit. »Mit leichter Mühe«, so klagte es, »hätte ich dem Esel einen kleinen Teil seiner Last abnehmen und ihn vom Tode retten können. Jetzt muß ich seine ganze Last und dazu noch seine Haut tragen.«

Hilf zeitig, wo du helfen kannst. Hilf dem Nachbarn löschen, ehe das Feuer auch dein Dach ergreift.