Das Rebhuhn und die Hühner von Aesop

Buchumschlag von Das Rebhuhn und die Hühner von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Das Rebhuhn und die Hühner« von Äsop wird ein Rebhuhn in einen Hühnerhof gebracht und von den Hühnern schlecht behandelt und vom Futter vertrieben. Zunächst glaubt es, diese Feindseligkeit sei darauf zurückzuführen, dass es ein Fremder ist. Doch bald bemerkt es, dass die Hühner auch untereinander streiten und sich gegenseitig schaden. Dadurch erkennt das Rebhuhn, dass ihre Bosheit nicht gegen seine Person gerichtet ist, sondern Teil ihres Wesens. Die Fabel zeigt, dass Neid und Missgunst oft selbst dort Unfrieden stiften, wo eigentlich Gemeinschaft herrschen sollte.

Ein Hühnerfreund kaufte ein Rebhuhn, um es in seinem Hof mit seinem andern Geflügel laufen zu lassen, allein die Hühner bissen und trieben es stets vom Fressen ab. Dies schmerzte das Tier sehr, denn es glaubte, es geschehe ihm diese Zurücksetzung, weil es fremd sei; betrübt zog es sich in einen Winkel zurück.

Bald aber tröstete es sich, als es sah, daß sich die Hühner untereinander ebenso bissen und sprach zu sich: Wenn diese schlechten Tiere Feindseligkeiten sogar gegen sich selbst ausüben, so werde ich wohl eine solche Behandlung mit Gleichmut ertragen können.

Geiz und Mißgunst sind die größten Feinde des Friedens.