Das Schaf und der Hund von Aesop

Buchumschlag von Das Schaf und der Hund von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Der Hund und das Schaf« von Äsop beklagt sich ein Schaf darüber, dass sein Herr den Hund besser versorgt als die Tiere der Herde, obwohl diese Wolle, Milch und Lämmer liefern. Der Hund erklärt daraufhin, dass er die Schafe vor Dieben und Wölfen schützt und ihnen dadurch überhaupt erst ein sicheres Leben ermöglicht. Das Schaf erkennt schließlich, dass die besondere Behandlung des Hundes gerechtfertigt ist. Die Fabel zeigt, dass nicht jede Leistung sofort sichtbar ist und wichtige Aufgaben oft im Hintergrund erfüllt werden. Äsop macht deutlich, dass Schutz, Verantwortung und treue Pflichterfüllung Anerkennung verdienen.

Man sagt, daß zur Zeit, als die Tiere noch sprechen konnten, das Schaf zu seinem Herrn geredet habe: »Du tust sonderbar daran, daß du uns, die wir dir Wolle, Käse und Lämmer schenken, nichts gibst, als was wir uns auf der Erde selbst suchen, dem Hunde aber, der dir nichts dergleichen gewährt, von jeder Speise mitteilst, die du selbst hast.« Als der Hund dies hörte, soll er gesagt haben: »Beim Jupiter, ich bin es ja, der dich und deine Gefährten bewacht, damit ihr nicht von Dieben gestohlen oder vom Wolfe zerrissen werdet. Denn ihr würdet, wenn ich euch nicht bewachte, nicht einmal in Ruhe weiden können.« Hierauf soll es auch das Schaf recht und billig gefunden haben, daß der Hund ihm vorgezogen wurde.