Der Adler und die Dohle von Aesop

Buchumschlag von Der Adler und die Dohle von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Der Adler und die Dohle« von Äsop beobachtet eine Dohle, wie ein Adler mühelos ein Lamm davonträgt, und überschätzt daraufhin ihre eigenen Kräfte. Sie versucht ebenfalls, einen Widder zu ergreifen, bleibt jedoch in dessen Wolle hängen und wird vom Hirten gefangen. Statt bewundert zu werden, endet sie als Spielzeug für die Kinder des Hirten. Die Fabel zeigt, dass Selbstüberschätzung und falscher Stolz oft zu Misserfolg und Spott führen. Äsop macht deutlich, dass man seine eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen sollte.

Ein Adler stürzte sich hoch aus der Luft auf ein Lamm, faßte es mit seinen Krallen und trug es mit Leichtigkeit davon.

Eine Dohle hatte dies mit angesehen, und da sie sich ebenso stark glaubte wie der Adler, flog sie auf einen Widder zu. Aber vergeblich bemühte sie sich, ihn fortzubringen, sie verwickelte sich in die Wolle und konnte nun auch nicht wieder davonfliegen.

Als der Hirte sie zappeln sah, haschte er sie, beschnitt ihr die Flügel und nahm sie seinen Kindern zum Spielzeug mit.

»Ei! Ei!« riefen hocherfreut die Knaben, »wie nennt man diesen Vogel?« »Vor einer Stunde noch«, antwortete der Vater, »hielt er sich für einen Adler, mußte aber bald einsehen, daß er nur eine elende Dohle ist.«

Wage dich nicht an Dinge, die deine Kräfte übersteigen; es gibt sonst zum Schaden noch Spott.