Der Esel, der Rabe und der Hirt von Aesop

Buchumschlag von Der Esel, der Rabe und der Hirt von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Der Esel, der Rabe und der Hirt« von Äsop quält ein Rabe einen verwundeten Esel, indem er auf dessen wunden Rücken hackt. Der Esel leidet große Schmerzen und versucht vergeblich, den Vogel zu vertreiben. Obwohl der Hirte dem Tier leicht helfen könnte, lacht er nur über dessen verzweifelte Bewegungen. Der Esel erkennt dadurch, dass Spott von Menschen besonders schmerzt, wenn man eigentlich Hilfe von ihnen erwartet. Die Fabel zeigt, dass Gleichgültigkeit und Hohn gegenüber Leid grausam sind und Schmerzen noch verstärken können.

Auf einer Wiese weidete ein Esel, der sich den Rücken wund geschunden hatte. Dies sah ein Rabe, flog auf den Esel zu, setzte sich auf dessen Rücken und fing an, mit dem Schnabel in das rohe Fleisch zu picken.

Dies schmerzte den Esel sehr, und obgleich er sich bemühte, den lästigen Gast los zu werden, gelang es ihm nicht.

Wenige Schritte davon lag sein Hüter, der mit einem Worte den Raben hätte vertreiben können. Der aber ergötzte sich an den tollen und possierlichen Sprüngen und Gesichtern, welche der Esel von Schmerz getrieben machte, und lachte laut dazu.

»Oh!« rief der Esel aus, »jetzt fühle ich wirklich meine Schmerzen doppelt, weil mich auch der verlacht, der mir helfen könnte und sollte.«

Statt Hilfe Hohn zum Schaden schmerzt doppelt.