Der Esel und das Pferd von Aesop

Buchumschlag von Der Esel und das Pferd von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Der Esel und das Pferd« von Äsop beneidet ein armer Esel ein prächtiges Pferd um dessen gutes Futter und scheinbar glückliches Leben. Er wünscht sich, mit ihm tauschen zu können, weil er nur seine eigenen Mühen und Entbehrungen sieht. Einige Zeit später begegnet er dem Pferd wieder, das nach einer Verletzung seinen Wert verloren hat und nun schwere Arbeit verrichten muss. Da erkennt der Esel, dass hinter dem bewunderten Glück oft unbekannte Leiden verborgen sein können. Die Fabel zeigt, dass man andere nicht vorschnell beneiden sollte, weil man ihre Schwierigkeiten meist nicht kennt.

Ein Esel, der nach der größten Anstrengung nicht einmal Streu genug erhielt, um seinen Hunger zu stillen, und unter seiner schweren Bürde kaum noch fortkriechen konnte, hielt ein schönes, prächtig geschmücktes Pferd für glücklich, weil es so gut und im Überfluß gefüttert würde. Ach, wie sehr wünschte er mit diesem Tiere tauschen zu können.

Allein nach einigen Monaten erblickte er dasselbe Pferd lahm und abgezehrt an einem Karren. »Ist dies Zauberei?« fragte er. »Beinahe«, antwortete traurig das Pferd; »eine Kugel traf mich, mein Herr stürzte mit mir und verkaufte mich zum Dank um ein Spottgeld; lahm und kraftlos, wie ich jetzt bin, wirst du gewiß nicht mehr mich beneiden und mit mir tauschen wollen.«

Wie oft das größte Glück
Zerstört ein Augenblick!