Der Fuchs und der Bock von Aesop

Buchumschlag von Der Fuchs und der Bock von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Der Fuchs und der Bock« von Äsop springen ein Fuchs und ein Bock aus Durst in einen Brunnen, ohne darüber nachzudenken, wie sie wieder herauskommen können. Der listige Fuchs überredet den Bock dazu, ihm beim Entkommen zu helfen, und rettet sich auf dessen Rücken aus dem Brunnen. Den Bock lässt er jedoch hilflos zurück und verspottet ihn wegen seiner Gedankenlosigkeit. Die Fabel zeigt, dass man vor jeder Handlung über mögliche Folgen nachdenken sollte. Äsop macht deutlich, dass Leichtsinn und blindes Vertrauen leicht in große Schwierigkeiten führen können.

Ein Bock und ein Fuchs gingen in der größten Hitze miteinander über die Felder und fanden, von Durst gequält, endlich einen Brunnen, jedoch kein Gefäß zum Wasserschöpfen. Ohne sich lang zu bedenken, sprangen sie, der Bock voraus, hinunter und stillten ihren Durst. Nun erst begann der Bock umherzuschauen, wie er wieder herauskommen könnte. Der Fuchs beruhigte ihn und sagte: »Sei guten Muts, Freund, noch weiß ich Rat, der uns beide retten kann! Stelle dich auf deine Hinterbeine, stemme die vorderen gegen die Wand und recke den Kopf recht in die Höhe, daß die Hörner ganz aufliegen, so kann ich leicht von deinem Rücken hinausspringen und auch dich retten!«

Der Bock tat dies alles ganz willig. Mit einem Sprung war der Fuchs gerettet und spottete nun des Bocks voll Schadenfreude, der ihn hingegen mit Recht der Treulosigkeit beschuldigte. Endlich nahm der Fuchs Abschied und sagte: »Ich sehe schlechterdings keinen Ausweg zu deiner Rettung, mein Freund! Höre aber zum Dank meine Ansicht: Hättest du so viel Verstand gehabt als Haare im Bart, so wärest du nie in diesen Brunnen gestiegen, ohne auch vorher zu bedenken, wie du wieder herauskommen könntest!«

Vorgetan und nachbedacht, hat manchen in groß Leid gebracht!