Der Fuchs und der Esel von Aesop

Buchumschlag von Der Fuchs und der Esel von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Der Fuchs und der Esel« von Äsop verkleidet sich ein Esel mit einer Löwenhaut, um die anderen Tiere zu erschrecken und mächtiger zu wirken, als er tatsächlich ist. Solange er schweigt, gelingt seine Täuschung, doch als er laut zu schreien beginnt, erkennt ihn der kluge Fuchs sofort. Damit wird der Esel als das entlarvt, was er wirklich ist. Die Fabel zeigt, dass äußere Erscheinungen täuschen können, die wahre Natur eines Menschen jedoch oft durch seine Worte und sein Verhalten sichtbar wird. Äsop macht deutlich, dass Anmaßung und Verstellung selten lange verborgen bleiben.

Ein Esel warf einmal eine Löwenhaut um sich her, lustwandelte mit stolzen Schritten im Wald und schrie sein ›Ia Ia‹ aus allen Kräften, um die andern Tiere in Schrecken zu setzen. Alle erschraken, nur der Fuchs nicht. Dieser trat keck vor ihn hin und höhnte ihn: »Mein Lieber, auch ich würde vor dir erschrecken, wenn ich dich nicht an deinem ›Ia‹ erkannt hätte. Ein Esel bist und bleibst du!«

Mancher Einfältige in prächtigem Gewande gälte mehr, wenn er schwiege, denn: Mit Schweigen sich niemand verrät.