Der Fuchs und der Holzhacker von Aesop

Ἀλώπηξ καὶ ξυλοτόμος

Buchumschlag von Der Fuchs und der Holzhacker von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Thema: Heuchelei, Ehrlichkeit, Doppelmoral, Verrat, Täuschung, Rechtschaffenheit, Wahrheit, Moral, Vertrauen, Integrität, Charakter, Verantwortung, Schein und Sein, Erkenntnis, Verhalten, Loyalität, Unehrlichkeit, Kritik, Warnung, Gewissen, Aufrichtigkeit, Menschlichkeit, Falschheit, Werte, Glaubwürdigkeit

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Der Fuchs und der Holzhacker« von Äsop bittet ein vor Jägern fliehender Fuchs einen Holzhacker um Hilfe und erhält ein Versteck in dessen Hütte. Als die Jäger nach dem Fuchs fragen, behauptet der Mann zwar, nichts zu wissen, verrät dessen Versteck jedoch heimlich mit einer Handbewegung. Die Jäger bemerken den Hinweis nicht, sodass der Fuchs entkommt. Als der Holzhacker später Dank erwartet, weist der Fuchs darauf hin, dass seine Taten nicht zu seinen Worten passen. Die Fabel zeigt, dass wahre Ehrlichkeit sich im Handeln und nicht nur in schönen Reden zeigt.

Ein vor Jägern fliehender Fuchs fand, nachdem er lange in der Wildnis herumgelaufen war, endlich einen Holzhacker und bat denselben inständig, ihn doch bei sich zu verbergen. Dieser zeigte ihm seine Hütte, worauf der Fuchs hineinging und sich in einem Winkel versteckte. Als die Jäger kamen und sich bei dem Manne erkundigten, so versicherte dieser zwar durch Worte, er wisse nichts, deutete aber mit der Hand nach dem Orte hin, wo der Fuchs versteckt war. Allein die Jäger hatten nicht darauf geachtet und entfernten sich sogleich wieder. Wie nun der Fuchs sie fortgehen sah, ging er wieder heraus, ohne etwas zu sagen; und als der Holzhacker ihm Vorwürfe machte, daß er ihm, durch den er doch gerettet worden sei, keinen Dank bezeuge, drehte sich der Fuchs nochmals um und sprach: »Ich wüßte dir gerne Dank, wenn die Werke deiner Hand und deine Gesinnung mit deinen Reden im Einklange ständen.«

Die Fabel geht diejenigen an, die zwar die Rechtschaffenheit im Munde führen, durch ihre Handlungen aber das Gegenteil an den Tag legen.