Der Hund und das Schaf von Aesop

Buchumschlag von Der Hund und das Schaf von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Der Hund und das Schaf« von Äsop verklagt ein Hund ein Schaf und behauptet, ihm Brot geliehen zu haben. Obwohl das Schaf unschuldig ist, treten ein Wolf, ein Habicht und ein Geier als falsche Zeugen auf und belasten es vor Gericht. Aufgrund ihrer Aussagen verliert das Schaf den Prozess und muss mit seiner eigenen Wolle bezahlen. Die Fabel zeigt, dass Wahrheit und Unschuld nicht immer ausreichen, wenn Macht, Vorurteile oder falsche Zeugenaussagen das Urteil bestimmen. Äsop macht deutlich, wie gefährlich eine ungerechte Rechtsprechung sein kann.

Ein Hund brachte vor Gericht vor, er habe dem Schaf Brot geliehen; das Schaf leugnete alles, der Kläger aber berief sich auf drei Zeugen, die man vernehmen müßte, und brachte drei bei. Der erste dieser Zeugen, der Wolf, behauptete, er wisse gewiß, daß der Hund dem Schaf Brot geliehen habe; der zweite, der Habicht, sagte, er sei dabeigewesen; der dritte, der Geier, hieß das Schaf einen unverschämten Lügner. So verlor das Schaf den Prozeß, mußte alle Kosten tragen und zur Bezahlung des Hundes Wolle von seinem Rücken hergeben.

Wenn sich Kläger, Richter und Zeugen wider jemand vereinigt haben, so hilft die Unschuld nichts.