Der Hund und das Stück Fleisch von Aesop

Buchumschlag von Der Hund und das Stück Fleisch von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Der Hund und das Stück Fleisch« von Äsop erbeutet ein Hund ein großes Stück Fleisch und trägt es voller Freude davon. Als er auf einer Brücke sein Spiegelbild im Wasser sieht, hält er es für einen anderen Hund mit einer noch größeren Beute. Aus Gier springt er ins Wasser, um auch dieses vermeintliche Stück Fleisch zu erlangen. Dabei verliert er jedoch sein eigenes und geht am Ende völlig leer aus. Die Fabel zeigt, dass übermäßige Gier oft dazu führt, selbst das zu verlieren, was man bereits besitzt.

Ein großer Hund hatte einem kleinen, schwächlichen Hündchen ein dickes Stück Fleisch abgejagt. Er brauste mit seiner Beute davon. Als er über eine schmale Brücke lief, fiel zufällig sein Blick ins Wasser. Wie vom Blitz getroffen blieb er stehen, denn er sah unter sich einen Hund, der gierig seine Beute festhielt.

»Der kommt mir zur rechten Zeit«, sagte der Hund auf der Brücke, »heute habe ich wirklich Glück. Sein Stück Fleisch scheint noch größer zu sein als meins.«

Gefräßig stürzte sich der Hund kopfüber in den Bach und biß nach dem Hund, den er von der Brücke aus gesehen hatte. Das Wasser spritzte auf. Er ruderte wild im Bach umher und spähte hitzig nach allen Seiten. Aber er konnte den Hund mit dem Stück Fleisch nicht mehr entdecken, er war verschwunden.

Da fiel dem Hund sein soeben erbeutetes, eigenes Stück ein. Wo war es geblieben? Verwirrt tauchte er unter und suchte danach. Doch vergeblich, in seiner dummen Gier war ihm auch noch das Stück Fleisch verlorengegangen, das er schon sicher zwischen seinen Zähnen gehabt hatte.