Der Löwe mit anderen Tieren auf der Jagd von Aesop

Buchumschlag von Der Löwe mit anderen Tieren auf der Jagd von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Der Löwe mit anderen Tieren auf der Jagd« von Äsop gehen mehrere Tiere gemeinsam mit einem Löwen auf die Jagd und hoffen auf eine gerechte Verteilung der Beute. Nachdem ein Hirsch gefangen wurde, nimmt der Löwe jedoch alle Teile für sich in Anspruch und bedroht jeden, der widersprechen könnte. Die anderen Tiere wagen aus Angst keinen Protest und gehen leer aus. Die Fabel zeigt, dass mächtige und gewalttätige Menschen oft ihre Stärke ausnutzen, um Schwächere zu unterdrücken. Äsop warnt davor, Geschäfte oder Bündnisse mit Ungerechten einzugehen, da diese selten fair handeln.

Der Löwe, ein Schaf und andere Tiere gingen zusammen auf die Jagd. Der Löwe schwur, er wolle nach ihrer Zurückkunft alles Erbeutete mit ihnen redlich teilen. Als nun ein Hirsch in einem Sumpfe steckenblieb, wo gerade das Schaf Wache hielt, meldete dieses dem Löwen den Vorfall.

Der Löwe eilte herbei, erwürgte den Hirsch und teilte die Beute in vier gleiche Teile.

»Der erste Teil gehört mir«, sagte er nun zu den Umstehenden, »weil ich der Löwe bin; der zweite, weil ich der Herzhafteste unter euch bin; den dritten müßt ihr mir als dem Stärksten überlassen, und den werde ich auf der Stelle erwürgen, welcher mir den vierten abspricht.«

So behielt der Löwe den ganzen Hirsch, ohne daß es seine Jagdgenossen auch nur wagen durften, darüber zu klagen.

Mit einem starken Gewalttätigen gehe nicht gemeinschaftlich auf Geschäfte aus, er teilet immer zum Nachteil des Schwächeren.