Der Löwe und der Esel von Aesop

Λέων καὶ ὄνος

Buchumschlag von Der Löwe und der Esel von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Thema: Selbstüberschätzung, Prahlerei, Eitelkeit, Hochmut, Lächerlichkeit, Erkenntnis, Demut, Weisheit, Spott, Stolz, Dummheit, Moral, Selbstdarstellung, Übermut, Tiere, Erfahrung, Warnung, Bescheidenheit, Konkurrenz, Urteilskraft, Selbsttäuschung, Humor, Anmaßung, Schein und Sein

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Der Löwe und der Esel« von Äsop gehen ein Löwe und ein Esel gemeinsam auf die Jagd. Während der Esel durch sein lautes Geschrei die wilden Ziegen aus einer Höhle treibt, fängt der Löwe die fliehenden Tiere am Ausgang. Nach der erfolgreichen Jagd ist der Esel stolz auf seinen Beitrag und rühmt seine vermeintliche Tapferkeit. Der Löwe macht ihm jedoch klar, dass sein Geschrei nur deshalb nicht furchteinflößend war, weil jeder wusste, dass es von einem Esel stammte. Die Fabel zeigt, dass Selbstüberschätzung und Prahlerei leicht lächerlich wirken, besonders gegenüber Menschen, die die Wirklichkeit besser einschätzen können.

Der Löwe und der Esel schlossen ein Bündnis und gingen miteinander auf die Jagd. Zufällig kamen sie zu einer Höhle, in welcher wilde Ziegen waren. Der Löwe blieb beim Ausgange derselben stehen und bemächtigte sich der Herauskommenden, während der Esel in die Höhle trat und ein solches Geschrei machte, daß die erschreckten Tiere herausflohen. Nachdem der Löwe die meisten ergriffen hatte, trat der Esel ins Freie und fragte seinen Gefährten, ob er nicht tapfer gekämpft und die Ziegen ordentlich herausgescheucht habe. Der Löwe antwortete ihm: »Ich selbst hätte mich gefürchtet, wenn ich nicht gewußt hätte, daß du ein Esel bist.«

Diejenigen, welche sich Kundigen gegenüber rühmen, setzen sich mit Recht dem Gelächter aus.