Ein Ochsentreiber fuhr mit einem Wagen, welcher mit Holz schwer beladen war, nach Hause. Als der Wagen im Moraste steckenblieb, flehte sein Lenker, ohne sich selbst auch nur im geringsten zu bemühen, alle Götter und Göttinnen um Hilfe an. Vor allem bat er den wegen seiner Stärke allgemein verehrten Herkules, ihm beizustehen. Da soll ihm dieser erschienen sein und ihm seine Lässigkeit also vorgeworfen haben: »Lege die Hände an die Räder und treibe mit der Peitsche dein Gespann an, zu den Göttern flehe jedoch erst dann, wenn du selbst etwas getan hast; sonst wirst du sie vergeblich anrufen.«
Der Ochsentreiber und Herkules von Aesop
Βουκόλος καὶ Ἡρακλῆς

Land: Griechische
Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.
Genre: Fabeln
Thema: Eigenverantwortung, Arbeit, Tatkraft, Selbsthilfe, Fleiß, Verantwortung, Initiative, Disziplin, Anstrengung, Moral, Weisheit, Götter, Erkenntnis, Faulheit, Beharrlichkeit, Erfolg, Pflicht, Motivation, Handeln, Selbstständigkeit, Ausdauer, Zielstrebigkeit, Warnung, Hilfe, Willenskraft
Sammlung: Aesopische Fabeln
In der Fabel »Der Ochsentreiber und Herkules« von Äsop bleibt ein schwer beladener Wagen im Morast stecken, und der Ochsentreiber bittet die Götter um Hilfe, ohne selbst etwas zu unternehmen. Darauf erscheint Herkules und weist ihn darauf hin, dass er zuerst seine eigene Kraft einsetzen müsse, bevor er auf göttliche Unterstützung hoffen könne. Der Held fordert ihn auf, die Räder anzupacken und die Ochsen anzutreiben. Die Fabel zeigt, dass Erfolg meist nur dann möglich ist, wenn man selbst aktiv handelt und Verantwortung übernimmt. Äsop macht deutlich, dass Hilfe oft erst demjenigen zuteilwird, der sich zunächst selbst bemüht.
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