Der Vogelsteller und die Schlange von Aesop

Ὀρνιθευτὴς καὶ ὄφις

Buchumschlag von Der Vogelsteller und die Schlange von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Thema: Vergeltung, Gerechtigkeit, Konsequenzen, Schuld, Rache, Gefahr, Moral, Warnung, Gewalt, Schicksal, Verantwortung, Erkenntnis, Opfer, Selbstzerstörung, Täuschung, Bestrafung, Ursache und Wirkung, Verhalten, Feindschaft, Intrigen, Vorsicht, Übermut, Konflikt, Reue, Gerechtigkeitssinn

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Der Vogelsteller und die Schlange« von Äsop versucht ein Vogelsteller, eine Drossel mit Leimruten zu fangen, und richtet dabei seine ganze Aufmerksamkeit auf seine Beute. Während er nach oben blickt, bemerkt er eine Schlange unter seinen Füßen nicht und wird von ihr gebissen. Sterbend erkennt er, dass er selbst zum Opfer wurde, während er einem anderen nachstellen wollte. Die Fabel zeigt, dass Menschen, die anderen Schaden zufügen oder Fallen stellen, oft selbst unerwartet in Gefahr geraten. Äsop macht deutlich, dass böse Absichten und Nachstellungen auf den Täter zurückfallen können.

Ein Vogelsteller nahm Leim und Rohre und ging hinaus auf den Fang. Als er auf einem hohen Baume eine Drossel sitzen sah, befestigte er die Rohre der Länge nach aneinander und blickte in der Absicht, sie zu fangen, in die Höhe. Da trat er unvermerkt auf eine unter seinen Füßen liegende Schlange. Diese wurde zornig und biß ihn; er aber sagte noch im Verscheiden: »O ich Elender, während ich einen andern fangen wollte, bin ich selber von einem andern in den Tod gejagt worden.«

Die Fabel lehrt, daß die, so ihren Nebenmenschen nachstellen, oft unversehens von andern das gleiche erfahren.