Der Wolf und der Kranich von Aesop

Buchumschlag von Der Wolf und der Kranich von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Der Wolf und der Kranich« von Äsop bleibt einem Wolf beim gierigen Fressen ein Knochen im Hals stecken. Ein Kranich hilft ihm mutig und entfernt den Knochen, erwartet dafür jedoch die versprochene Belohnung. Der Wolf verweigert jeden Dank und behauptet sogar, der Kranich solle froh sein, überhaupt noch am Leben zu sein. Die Fabel zeigt, dass man von bösen und undankbaren Menschen keine Ehrlichkeit oder Dankbarkeit erwarten sollte. Äsop macht deutlich, dass man vorsichtig sein muss, wem man seine Hilfe schenkt.

Ein Wolf hatte ein Schaf erbeutet und verschlang es so gierig, daß ihm ein Knochen im Rachen steckenblieb.

In seiner Not setzte er demjenigen eine große Belohnung aus, der ihn von dieser Beschwerde befreien würde.

Der Kranich kam als Helfer herbei; glücklich gelang ihm die Kur, und er forderte nun die wohlverdiente Belohnung.

»Wie?« höhnte der Wolf, »du Unverschämter! Ist es dir nicht Belohnung genug, daß du deinen Kopf aus dem Rachen eines Wolfes wieder herausbrachtest? Gehe heim, und verdanke es meiner Milde, daß du noch lebest!«

Hilf gern in der Not, erwarte aber keinen Dank von einem Bösewichte, sondern sei zufrieden, wenn er dich nicht beschädigt.