Die Hasen und die Frösche von Aesop

Buchumschlag von Die Hasen und die Frösche von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Die Hasen und die Frösche« von Äsop verzweifeln die Hasen an ihrem ängstlichen und unsicheren Leben, da sie ständig von stärkeren Tieren bedroht werden. In ihrer Hoffnungslosigkeit beschließen sie sogar, sich gemeinsam zu ertränken. Doch als sie zu einem Teich laufen, erschrecken sich die dort sitzenden Frösche vor ihnen und fliehen panisch ins Wasser. Dadurch erkennen die Hasen, dass es immer Lebewesen gibt, die noch ängstlicher oder unglücklicher sind als sie selbst. Die Fabel zeigt, dass man auch in schweren Zeiten nicht den Mut verlieren sollte, weil jede Lage aus einer anderen Perspektive betrachtet werden kann.

Die Hasen klagten einst über ihre mißliche Lage; »wir leben«, sprach ein Redner, »in steter Furcht vor Menschen und Tieren, eine Beute der Hunde, der Adler, ja fast aller Raubtiere! Unsere stete Angst ist ärger als der Tod selbst. Auf, laßt uns ein für allemal sterben.«

In einem nahen Teich wollten sie sich nun ersäufen; sie eilten ihm zu; allein das außerordentliche Getöse und ihre wunderbare Gestalt erschreckte eine Menge Frösche, die am Ufer saßen, so sehr, daß sie aufs schnellste untertauchten.

»Halt«, rief nun eben dieser Sprecher, »wir wollen das Ersäufen noch ein wenig aufschieben, denn auch uns fürchten, wie ihr seht, einige Tiere, welche also wohl noch unglücklicher sein müssen als wir.«

Laß dich nie durch's Unglück niederschlagen; es gibt immer noch Unglücklichere, mit deren Lage du nicht tauschen würdest.