Die Henne und die Schwalbe von Aesop

Buchumschlag von Die Henne und die Schwalbe von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Die Henne und die Schwalbe« von Äsop findet eine Henne Schlangeneier und freut sich darauf, diese auszubrüten, als wären es ihre eigenen Küken. Sie träumt bereits davon, die jungen Tiere aufzuziehen und an ihnen Freude zu haben. Eine kluge Schwalbe warnt sie jedoch, dass aus den Eiern gefährliche Schlangen schlüpfen würden, die ihr später schaden könnten. Die Fabel zeigt, dass man nicht alles fördern oder großziehen sollte, nur weil es zunächst harmlos erscheint. Äsop macht deutlich, dass unbedachte Fürsorge gegenüber dem Falschen schließlich zum eigenen Schaden führen kann.

Eine Henne fand durch Zufall Schlangeneier und legte sie mit dem größten Entzücken und besonderer Sorgfalt in die gehörige Ordnung, um sie auszubrüten. Schon stellte sie sich die Freude vor, welche sie an ihren Küchlein haben würde, wenn sie anfingen zu gehen, wenn sie ihnen das Futter aufscharrte und zeigte, wenn sie auf ihr Rufen herbeieilten und es picken lernten, und wenn sie endlich groß, stark, schön und folgsam geworden wären. Jedoch ihre Freude währte nicht lange; eine Schwalbe traf sie über dieser Beschäftigung an und belehrte sie eines Bessern: »Du Törin«, sagte sie, »du würdest dir eine Brut erziehen, welche dir die Mühe nur mit dem Tod lohnen würde!«

Erziehst du dir einen Raben,
Wird er dir zum Dank die Augen ausgraben.