Die Krähe und die Vögel von Aesop

Κορώνη καὶ ὄρνεα

Buchumschlag von Die Krähe und die Vögel von Aesop
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Land: Griechische

Epoche: 6. Jahrhundert v. Chr.

Genre: Fabeln

Thema: Eitelkeit, Hochmut, Täuschung, Identität, Schein und Sein, Stolz, Macht, Anerkennung, Selbstüberschätzung, Neid, Demütigung, Gesellschaft, Status, Scham, Betrug, Wahrheit, Gerechtigkeit, Moral, Ehrgeiz, Verlust, Verstellung, Charakter, Warnung, Entlarvung, Außenseitertum

Sammlung: Aesopische Fabeln

In der Fabel »Die Krähe und die Vögel« von Äsop schmückt sich eine Krähe mit den ausgefallenen Federn anderer Vögel, um schöner zu erscheinen und zum König der Vögel gewählt zu werden. Zunächst scheint ihr Plan erfolgreich zu sein, doch die anderen Vögel erkennen den Betrug und reißen ihr ihre eigenen Federn wieder aus. Am Ende steht die Krähe beschämt da und sieht wieder aus wie zuvor. Die Fabel zeigt, dass geliehener Glanz und fremde Verdienste keinen dauerhaften Wert besitzen. Äsop macht deutlich, dass wahre Anerkennung auf den eigenen Fähigkeiten beruhen sollte und nicht auf dem, was man von anderen übernimmt.

Jupiter wollte den Vögeln einen König geben und setzte einen Tag fest, an welchem sie zusammenkommen sollten. Die Krähe sammelte im Bewußtsein ihrer Häßlichkeit die Federn, welche den andern Vögeln ausgefallen waren, und bekleidete sich mit denselben. Als nun der bestimmte Tag kam, ging sie in ihrem bunten Schmucke in die Versammlung. Doch da sie Jupiter wegen ihrer Schönheit zum Könige erwählen wollte, rissen ihr die erzürnten Vögel die Federn aus, indem ein jeder diejenigen herauszupfte, welche ihm zugehörten. So war die Krähe bald wieder nichts anderes, als was sie ursprünglich gewesen war, nämlich eine häßliche Krähe.

Auch jene Menschen, die sich durch fremde Macht erhoben haben und sich nun ihres Reichtums brüsten, gewähren, wenn jeder zurückfordert, was ihm gebührt, einen kläglichen Anblick und sind dann nichts mehr, als was sie früher waren.